Bandits Alptraum

Eine kleine Geschichte die zum Nachdenken anregen soll

Hanna und Lina sind acht und neun Jahre alt, leben gemeinsam mit ihren Eltern Peter und Lilli auf einem Bauernhof auf dem Land.
Schon sehr früh interessieren sich die beiden für Pferde und Ponys sodass man ihnen vor dem zu Bett gehen Pferdegeschichten vor liest und strahlend leuchtende Augen bekommen.
Später, als sie in die Schule kamen lesen sie selbst und verschlingen fast die Bücher.
Mit sieben und acht Jahren halten es die beiden nicht mehr aus und überreden ihre Eltern, mit einem Dackelblick sie mögen ihnen doch Reitstunden bezahlen.
Nach kurzem überlegen und einem Gespräch zwischen den Eltern stimmen sie zu und melden Hanna und Lina auf einem Gestüt in der Nähe an.
Die Zeit vergeht und den beiden macht es täglich mehr Spaß bei den Pferden zu sein.

Bella, Hannas Reitpferd ist nicht groß doch sehr freundlich zu Menschen neugierig und aufgeschlossen.
Hanna liebt Bella abgöttisch und freut sich riesig als sie vom Gutsbesitzer erfährt das Bella ein Fohlen bekommt.
Direkt ist es Gesprächsthema Nr. 1 bei Lina und Hanna.
Bandit wächst spielerisch und behütet auf. Bella hat immer ein Auge auf den kleinen Racker, er ist ja noch so klein, verletzlich und muss noch viel von seiner Mutter lernen.
Aufgeweckt wie er ist, zubbelt er hier und da an den Anziehsachen der Kinder herum, wahrscheinlich auf der Suche nach essbarem oder aus reiner Neugier.
Eines Nachmittags sitzen Hanna und Lina mit ihren Eltern am Mittagstisch, ein seltenes Bild und erzählen ihnen wieder einmal von dem quirligen kleinen Kerl, wie süß er doch ist und dass sie ihn am liebsten bei sich hätten.
So geht es den ganzen Tag fortwährend nur um Bandit wenn die beiden Mädels den Mund aufmachen.
Abends als Hanna und Lina längst im Bett sind, setzt Peter sich zu seiner Frau und sucht mit ihr das Gespräch. Was würde sie davon halten wenn sie Bandit kaufen würden?
Die Kinder haben schon lange das Hobby „ Pferde“ und reiten auch schon ein Jahr.
Sie gehen mit dem Hobby auch verantwortungsvoll um und würden sich bestimmt riesig freuen. Man hat doch heutzutage so wenig Zeit für die Kinder und da wäre dies doch ein guter Ausgleich.
Lilli, schaut ihn erst ungläubig und skeptisch an, doch es fehlen ihr die passenden Worte um es ihrem Mann auszureden und so wurde Bandit gekauft.

Zwei Tage später als Lina und Hanna gerade von der Schule nach Hause kommen, wird Bandit aus dem Hänger gelassen und stürmt sofort auf die beiden zu.
Lina und Hanna werfen ihre Schulsachen auf dem Boden und können es kaum glauben was sie da sehen, direkt wird mit Bandit geschmust und gespielt.
Sie versprechen Hoch und Heilig, dass sie sich um Bandit kümmern werden den Stall ausmisten, die Weide sauber machen, Futter geben und trinken. „ Immer“! Sagen sie und sind schon wieder mit einem Bein vor der Tür.

So ging es dann auch eine Zeit lang gut, es wurde mit Bandit gespielt und getobt, sie ritten auf ihn Bandit war ihr Held.
Doch wie das Leben nun mal ist, Hanna und Lina wurden älter, kamen in die Pubertät und hatten ihren ersten Freund und was ist mit Bandit?
Er war abgeschrieben, er war doch viel zu klein um noch auf ihn zu reiten, ihn kann man auch nicht mit zu Freunden nehmen und das Ausmisten ist doch widerlich das stinkt so.
Um Bandit mussten sich von nun an Peter und Lilli kümmern, die sehr wenig Zeit für ihn hatten.
Bandit vereinsamte mit der Zeit, ließ den Kopf und die Ohren hängen und lief mit einem traurigen Blick auf der Weide hin und er, wenn der denn noch lief und nicht Apathisch in der Ecke stand.

Bandit wurde nur 15 Jahre alt!

Alternatives Ende:
Mit einem Mal erschrak Bandit aus seinem Schlaf und sprang schon fast auf seine Hufe, er musste sich kurz orientieren und suchte, wieherte verzweifelt nach seiner Mutter.
Bella kam aufgeregt hinter einem Baum hervor und eilte zu ihrem kleinen den sie direkt mit Liebe und Aufmerksamkeit versorgte.

Die Moral dieser kleinen Fiktiven Geschichte:

„ Denkt nicht nur an Euch „dem Menschen“ und dessen Wünsche, sondern denkt auch an alle anderen Lebewesen sie haben auch ein Recht darauf“

Es muss nicht immer so Enden, doch meistens ist es leider so, weil man es ja für die Kinder tut und es doch gut gemeint ist.
Doch sollte man auch in die Zukunft blicken, ein Tier ist kein Gegenstand den man, wenn man ihn nicht mehr braucht oder kein Interesse mehr daran hat auf Seite schieben oder wegwerfen kann.
Es ist ein Lebewesen, was versorgt werden muss, Liebe, Zuwendung und Aufmerksamkeit braucht d. h. ZEIT in Anspruch nimmt.

Vielleicht regt diese Geschichte ein bisschen zum Nachdenken an und wird beherzigt.

Written By Melli
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1 Kommentar Schreibe einen Kommentar

  1. Super Blog gefällt mir total. Weiter so, ich hab euch auf einer Suchmaschine gefunden und bin natürlich sofort auf den Blog gegangen, da mich dieses Thema sehr stark interessiert. Macht weiter so und haltet den Blog aktuell und ihr habet in mir einen treuen Leser.
    Greetz
    Tier Freund

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