Das Glas ist halb voll …

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Hmm, was habe ich diesen Spruch schon so häufig an vielen Menschen, als gut gemeinten Rat verkauft.
Aber selbst, nun ja was soll ich sagen, habe mein Glas sehr lange als halb leer bzw. schon fast als vollständig leer betrachtet.

Spulen wir das Ganze mal zurück ….

Im Oktober 2013 versuchte ich mich mal wieder als Schlaglochsuchgerät und klinkte mit dem linken Fuß (nicht zum Ersten, nein zum 1000-mal) um.
Dass ich an diesem Fuß schon 4-mal operiert wurde, spielt bei dieser Geschichte eine entscheidende Rolle, denn im KH angekommen waren mal wieder meine Bänder betroffen.
Zum Glück nicht gerissen, aber sehr stark überdehnt!

Nun ja, das zum Glück verließ mich einige Wochen, Monate später, denn ich konnte kaum gehen vor Schmerzen und ohne Unterarmgehstütze ging gar nichts.
Die Diagnose änderte sich von anfänglich Distorsion links auf CRPS.

CRPS steht für „Complex Regional Pain Syndrom“

Definition:
Das CRPS ist eine chronische neurologische Erkrankung, die nach einer Weichteil- oder Nervenverletzung, häufig in Zusammenhang mit der Fraktur einer Extremität auftritt. Für das CRPS vom Typ I wird häufig noch die ältere Bezeichnung „Morbus Suddeck“ verwendet.

Die Odyssee begann, Monat um Monat verging ohne Besserung aber zum Glück wurde es auch nicht schlimmer.
Bis heute hat sich an den Schmerzen und anderen Symptomen wie:

  • Verfärbung
  • Schwellung durch Ödeme
  • vermehrter Nagelwuchs
  • Erwärmung
  • einen Tremor
  • Bewegungseinschränkung

nichts geändert.
 

Krankengymnastik und eigene Übungen helfen den Fuß nicht steif werden, zu lassen.
Doch es gibt auch alltägliche Sachen wie Schuhe und Strümpfe, die wenn ich sie witterungsbedingt tragen muss, unerträglichen Qualen gleichkommen.
Am liebsten laufe ich Barfuß, alles, was den Fuß einengt oder längere Zeit berührt, vertrage ich nicht.

Die Unterarmgehstütze werde ich wohl für immer meinen Begleiter nennen, doch empfinde ich es nicht mehr als schlimm, sondern habe sie zu meiner Persönlichkeit dazu genommen.
Ich bin nur mit ihr Ganz!

Psychisch gesehen gab es eine Zeit, in der ich mich in meinem Leid ertränkt habe.
Alles war schrecklich und keiner konnte mir dabei helfen, das dachte ich zumindest.
Wie oben geschrieben mein Glas war fast leer, ich konnte es nicht ertragen zu Hause zu sitzen, ohne zu wissen, wie es weiter gehen soll.
Ich war perfekt darin, in meinem Gedankenkreisel der Selbstzerstörung zu verharren.
Die kleinsten Dinge regten mich auf, sodass meine Familie anfing, mit zu leiden … über die banalsten Dinge wurde ich zu einer Furie.
Zum Glück boten sie mir Paroli und machten mich auf meine Fehler aufmerksam, nur so konnte ich meine Krise erkennen.

Was mir geholfen hat?

Darüber zu reden, meinen eigenen Schmerz … seelischen Schmerz auszudrücken.
Zu sagen, was mir fehlt, eben meinem Beruf nicht ausüben zu können, einen sehr langen Zeitraum nicht zu wissen, wie es weiter geht.
In einem Loch gefangen zu sein, ohne Seil, Treppe oder hervorstehende Steine um aus ihm zu entkommen.
Meine Gefühle einfach freien Lauf lassen, auch mal weinen zu können, ohne direkt gefragt zu werden, was los ist, sondern nur Verständnis zu haben.

Das Leben auch zu leben und nicht dahinzuvegetieren, seinen Hobbys nachgehen oder auf der Suche nach neuen gehen.
Sich aus seiner Einigelung befreien und unter Menschen gehen, bewusst mit dem Thema umgehen und sich der eigenen Angst stellen.
Zu schauen, was einem fehlt, um mit der Situation umgehen zu können, und versuchen die Lücken zu füllen.

Schau nicht zurück sondern nach vorne, dort ist das wahre Leben und es wartet auf Dich!

Aus meiner Krise bin ich nur raus gekommen, weil ich irgendwann meine Gedanken positiv drehte, um neue Bewältigungsstrategien zu entwickeln.
Ich sehe mein Schicksal als Chance auf etwas Neues, einen weiteren Weg, den ich gehen muss, um mich weiterzuentwickeln.

Ohne meinen Mann und den beiden Mädels,  die immer zu mir standen, verständnis zeigten und mich auch das ein oder andere ermahnten, hätte ich es nicht geschafft.

Danke dafür! <3  :*

Mein Glas ist halb voll, nein weit mehr als das!

Ich habe begonnen für mich selbst einen Kurs zu belegen zur Fachkraft für dementiell erkrankte Menschen, weiterhin werde ich über berufliche Reha die Chance nutzen, einen neuen Weg einzuschlagen.
Pflegeberater ist mein Ziel, um auch etwas verändern zu können noch eine Dozententätigkeit. 😉

Alles soll in kleinen Schritten, nacheinander folgen.

Einfach ist es nicht und es vergeht kein Tag, an dem ich nicht Gefahr laufe in meine alten Verhaltensmuster zurückzufallen, aber ich sage mir dann Selbst, dass es Schlimmeres gibt, als meine Erkrankung und Probleme und wie sich wohl diese Menschen nun fühlen müssen.

In Gedanken bin ich bei ihnen und wünsche allen Kraft und Mut dies durchzustehen!

Mein Motto:
In Schmerz und Leid, verbirgt sich auch Hoffnung & Selbstvertrauen!

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Vielfältig, einfach mal anders Kreativ! | Kaffee geht nur intravenös! Ich heisse Melanie und bin ein Naturtalent wenn es darum geht mich selbst oder Gegenstände die ich gerade benutzen möchte zu zerstören. Eine Naturkatastrophe stolpert durchs Netz und hofft keinen allzu großen Schaden anzurichten.